Wie entsteht Schimmel in der Mietwohnung? 🌫️
Schimmelbildung ist das Ergebnis von Feuchtigkeit, unzureichender Belüftung oder baulichen Mängeln. Klassische Ursachen sind undichte Fenster, schlecht isolierte Außenwände oder Wasserrohrschäden. Aber auch alltägliche Dinge wie Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen erhöhen die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung. Wenn diese Feuchtigkeit nicht richtig abtransportiert werden kann, setzt sich Kondenswasser an den Wänden ab – ein idealer Nährboden für Schimmelbefall.
Typische Problemzonen sind Ecken, kalte Außenwände und Bereiche hinter Möbeln, wo die Luft schlecht zirkulieren kann.
Was tun, wenn in der Wohnung Schimmel auftritt? 🧽
Taucht Schimmel in deiner Wohnung auf, gilt es, keine Zeit zu verlieren. Je länger du wartest, desto größer wird der Schaden und desto schwieriger wird die rechtliche Durchsetzung deiner Ansprüche. Wir erklären dir die empfohlenen Maßnahmen Step-by-Step:
1. Dokumentieren ✔️:
Fotografiere den Schimmelbefall, notiere das Datum und die genaue Stelle. Im Streitfall mit dem Vermieter oder der Vermieterin oder vor Gericht ist eine lückenlose Dokumentation Gold wert.
2. Vermieter:in informieren ✔️:
Melde den Mangel sofort schriftlich an deine Vermieterin,deinen Vermieter oder die zuständige Hausverwaltung – am besten per Einschreiben oder E-Mail. Nur so sicherst du deine Rechte, etwa im Hinblick auf eine Mietminderung.
3. Fachleute einschalten ✔️:
Gerade, wenn die Ursache des Schimmels unklar ist, kann ein Gutachten helfen. Dies zeigt, ob es sich um Baumängel oder falsches Nutzungsverhalten handelt.
Gut zu wissen 💡: Gutachten können etwa von Bausachverständigen, der Hausverwaltung oder unabhängigen Gutachter:innen angefertigt werden. Grundsätzlich liegt es außerdem in der Verantwortung der Vermieter:innen oder Hausverwaltung, bei Verdacht auf bauliche Mängel Fachleute einzuschalten.
4. Sofortmaßnahmen ergreifen ✔️:
Warte nicht, bis sich der Schimmel weiter ausbreitet. Lüfte die betroffenen Räume mehrmals täglich gründlich durch Stoß- oder Querlüften und halte die Luftfeuchtigkeit möglichst niedrig. Kleinere Stellen kannst du vorsichtig selbst reinigen – zum Beispiel mit 70%igem Alkohol oder speziellen Anti-Schimmel-Mitteln aus der Drogerie. Möbelstücke sollten nicht direkt an den befallenen Wänden stehen, damit die Luft besser zirkulieren kann.
Wichtig ⚠️: Diese Maßnahmen dienen nur der Eindämmung! Eine dauerhafte Beseitigung und Ursachenklärung muss immer durch Fachleute bzw. Vermieter:in erfolgen.
Achtung ❗: Bevor du selbst tätig wirst, solltest du dir jedoch die Zustimmung der Hausverwaltung holen.
Wer zahlt für die Beseitigung von Schimmel in der Wohnung? 🛠️
Die Kostenfrage ist einer der häufigsten Streitpunkte, wenn es um Schimmel in Mietwohnungen geht. Grundsätzlich gilt, dass die Ursache des Schimmelbefalls entscheidend ist:
Liegt der Ursprung des Schimmels in der Bausubstanz, etwa durch undichte Fenster, schlecht gedämmte Außenwände oder defekte Rohrleitungen, trägt die Vermieterin bzw. der Vermieter die Verantwortung. Sie oder er muss nicht nur den Schimmel fachgerecht beseitigen lassen, sondern auch die Ursache dauerhaft beheben. Nur so ist gewährleistet, dass der Schaden nicht erneut auftritt
- Fehlerhaftes Verhalten der Mieter:innen 🙅♂️:
Anders sieht es aus, wenn festgestellt wird, dass der Schimmel durch ein falsches Lüftungs- oder Heizverhalten entstanden ist. Wer beispielsweise dauerhaft die Fenster gekippt hält, zu selten lüftet oder in kalten Räumen Wäsche trocknet, riskiert Schimmelbildung. In solchen Fällen müssen die Bewohner:innen die Kosten für die Beseitigung in der Regel selbst tragen – und haben zudem keinen Anspruch auf eine Mietminderung.
- Grauzonen und Nachweispflicht 🤔:
Oft ist nicht sofort klar, wer die Verantwortung trägt. Kommt es zum Streit, liegt die Beweislast zunächst bei den Mieter:innen, die den Mangel melden. Umgekehrt muss aber die Vermieter:innenseite nachweisen, dass der Schimmel eindeutig auf ein Fehlverhalten der Bewohner:innen zurückzuführen ist. Hier können Gutachten oder Feuchtigkeitsmessungen entscheidend sein.
Tipp 💡: Lass dich im Zweifel von einer Mietervereinigung oder der Arbeiterkammer beraten. So stellst du sicher, dass deine Rechte gewahrt bleiben und du nicht die Kosten aus eigener Tasche zahlen musst.
Mietminderung bei Schimmel in der Wohnung
Das Mietrecht in Österreich sieht vor, dass die Miete bei erheblichen Mängeln reduziert werden kann – Schimmelbefall zählt unter anderem dazu. Die Höhe der Mietminderung hängt vom Ausmaß des Schadens ab.
Wichtig zu wissen ⚠️: Bevor du jedoch eine Mietminderung einleitest, solltest du unbedingt die Arbeiterkammer (AK) oder den Mieterschutzbund kontaktieren. Dort bekommst du rechtliche Beratung und Unterstützung. Auch ein Blick in den Mietvertrag lohnt sich – manchmal sind Details zur Mängelbehebung dort geregelt.
Fallbeispiel:
Lisa wohnt in einer Mietwohnung in Wien und entdeckt hinter dem Kleiderschrank schwarzen Schimmel. Sie dokumentiert alles und informiert ihre Vermieterin sofort. Die Ursache ist eine schlecht isolierte Außenwand – ein klarer Baumangel. Die Vermieterin muss die Sanierungskosten tragen, während Lisa bis zum Abschluss der Bauarbeiten Anspruch auf Mietminderung hat.
Schimmel und Haushaltsversicherung 📝
In der Regel deckt eine Haushaltsversicherung Schäden am beweglichen Inventar (Möbel, Elektrogeräte, Kleidung usw.) durch Gefahren wie Feuer, Leitungswasser, Einbruch oder Sturm ab.
👉 Schimmel fällt in den meisten Fällen nicht darunter.
Entsteht Schimmel durch falsches Lüften oder Heizen, gilt das als Eigenverschulden – dafür zahlt die Haushaltsversicherung ebenso nicht. Und auch bei langsamer Feuchtigkeitsentwicklung durch bauliche Mängel greift die Haushaltsversicherung in der Regel nicht, da es sich nicht um ein „plötzliches und unvorhergesehenes Ereignis“ handelt. Hier ist die Vermieterin oder der Vermieter zuständig.
Achtung ❗: Wenn der Schimmelbefall jedoch z.B. durch einen versicherten Leitungswasserschaden ausgelöst wird (z. B. Rohrbruch), können die Folgeschäden an deinem Inventar über die Haushaltsversicherung ersetzt werden. Ob ein Schaden wirklich ersetzt wird, hängt aber stark von den Versicherungsbedingungen ab. Daher lohnt sich ein Blick ins Kleingedruckte oder eine Rückfrage bei der Versicherung.
Schimmel vorbeugen ⚡
Noch besser, als sich mit Schimmel herumzuschlagen, ist es, ihn gar nicht erst entstehen zu lassen. Mit ein paar einfachen Maßnahmen kannst du das Risiko erheblich reduzieren:
- Regelmäßig lüften: Mehrmals täglich Stoßlüften (5–10 Minuten) ist effektiver als dauerhaft gekippte Fenster.
- Richtig heizen: Halte die Räume gleichmäßig warm, auch im Winter. Kalte Räume sind anfälliger für Feuchtigkeit.
- Luftzirkulation sichern: Möbel nicht direkt an Außenwände stellen, sondern ein paar Zentimeter Abstand lassen.
- Feuchtigkeit reduzieren: Nach dem Duschen oder Kochen sofort lüften und Wäsche nach Möglichkeit nicht in der Wohnung trocknen.
Diese kleinen Routinen helfen, die Luftfeuchtigkeit zu regulieren und beugen Schimmelbildung in der Mietwohnung effektiv vor.
Fazit ☝️
Schimmel ist kein Schönheitsfehler, sondern ein ernstzunehmender Mangel. Er beeinträchtigt nicht nur die Wohnqualität, sondern kann auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Wichtig ist, dass du als Mieter:in schnell reagierst!
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